Freitag, 31. Juli 2015

[Rezension] Heimweh

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Über den Verlag
Im Jahr 1877 legte Leopold Ullstein den Grundstein für den Verlag im Bereich diverser Zeitschriften, wie B.Z.. 1903 wurde der UllsteinBuchverlag gegründet. Von Romanen über Krimis, Biographien und Sachbüchern bietet der Verlag vielerlei Bücher an.

Über den Autor
Marc Raabe wurde 1968 geboren und ist Geschäftsführer einer Fernsehproduktion. Seine ersten Thriller waren Schnitt und Schock, welche viele Wochen in der Bestsellerliste vertreten waren.

Über Heimweh
Das Buch erschien Anfang Juni 2015, umfasst 432 Seiten und kann bspw. hier für 14,99 Euro erworben werden. Das Buch ist in Prolog und Epilog, sowie 63 Kapitel unterteilt.

Buchbeschreibung
„Jesse Berg ist ein erfolgreicher Kinderarzt. Frisch geschieden, kümmert er sich liebevoll um seine kleine Tochter Isa. Über seine Vergangenheit spricht er nicht. Bis plötzlich seine Exfrau ermordet und seine Tochter entführt wird. Der Täter hinterlässt für Berg eine Nachricht: Sie gehört dir nicht. Du musst sie vergessen. Berg ist klar, dass er selbst das Ziel des Anschlags ist. Eine langvergessene Schuld drängt ans Licht. Um Isa zu finden, muss er das tun, was er nie wollte: zurück in seine Vergangenheit. Zurück ins Heim. Dort hat er gelernt, sich zu wehren, und dort wäre er beinahe getötet worden. Berg nimmt die Kampfansage an. Denn für Isa würde er alles tun. Auch ein zweites Mal durch die Hölle gehen.“ 

Allgemein
Das Cover wirkt zunächst sehr einengend. Die grauen Farben und der enge Raum wirken drückend, die Schrift sticht im Rot-Ton heraus – das Cover weckte schon mal mein Interesse und die Bedeutung dahinter wird auch im Buch nochmal aufgegriffen.

Test und Fazit
Der Einstieg in das Buch fiel mir ziemlich schwer. Man wird mitten in ein Geschehen hineingeworfen und weiß noch gar nicht -wo bin ich und worum geht es?
Dann beginnt die Geschichte sehr langsam. Der Beginn des Buches hat mir überhaupt nicht gefallen, es gab viele kurze Sätze und es kam keine Stimmung auf. Es wurden Themen und Handlungen in die Länge gezogen und das Lesen war sehr zäh. Wenn ich nach den ersten 20 Seiten, das Buch, hätte bewerten müssen, wäre es wohl schlecht ausgefallen.
Nach etwa 50-100 Seiten machte das Buch aber Spaß zu lesen, der Schreibstil war viel flüssiger, die Handlungen wurden spannender und wurden nicht mehr in die Länge gezogen.
Vor allem die Zeitsprünge zwischen der Vergangenheit und dem Jetzt sind wirklich gut gelungen.
Teilweise kommt es mir vor, dass Wörter an Stellen genutzt werden, die ich einfach nicht erwartet habe – dies unterbricht kurz den Lesefluss, kommt aber nur selten vor.
Es gibt viele Kapitel und diese sind sehr kurz. Es liest sich aber dennoch angenehm – auch die Kapitelbeschreibung (Zeit, Ort…) finde ich gut gewählt, man weißt sofort wo das Kapitel spielt und um was es geht. Desweiteren zeigt das Kapitel auch an, ob die Personen selbst wissen welche Uhrzeit oder welches Datum gerade ist. Die Vergangenheit wird beispielsweise mit dem Jahr gekennzeichnet – wer kann sich auch schon genau an eine Uhrzeit vor 30 Jahren erinnern.

Die Geschichte spielt in Berlin und Garmisch Patenkirchen (Adlershof). Adlershof fand ich zunächst etwas verwirrend, da es dieses ja auch in Berlin gibt.
Die handelnden Charaktere haben irgendwie alle schwere Probleme. Der Hauptcharakter Jesse ist im Heim mit Sandra großgeworden und danach sind sie zusammen nach Berlin gezogen. Er ist Arzt geworden und sie haben gemeinsam ein Kind bekommen, Isabell – sind aber getrennt.
Sandra möchte Jesse noch etwas sagen, kommt aber nicht dazu – er geht zu ihr, um auf Isa aufzupassen, da liegt sie aber schon tot auf dem Boden. An der Wand steht die Nachricht „Du hast sie nicht verdient.“ und dann beginnt die Geschichte richtig.
Die beste Freundin von Sandra denkt sofort dass Jesse sie umgebracht hat – kann er sie eines Besseren belehren? Jesse hatte einen Unfall, er selbst weiß nicht was davor geschehen war und was passiert ist, aber alle anderen wissen es schon – was war los?

Insgesamt sind die einzelnen Handlungen teilweise sehr abstrus, aber dennoch spannend.
Alles in allem ist die Geschichte sehr spannend und man will weiterlesen und wissen, wie sich alles aufklärt.
Handelt ein Kapitel über Jesse, dann ist dieses aus seiner Sicht beschrieben. Handlungen in der Vergangenheit erzählt der allwissende Erzähler.
Es gibt aber auch andere Handlungsstränge – so werden handelnde Charaktere von mehreren Leuten beschrieben und man kann sich seine eigene Meinung bilden.
Das Buch vermittelt mir das Gefühlt, dass der Autor Ahnung hat, was die Heimkinder betrifft. Die Beschreibung über das Heimkind wirken sehr authentisch, sinnvoll und glaubhaft.
Ansonsten finden sich im Buch viele Dialoge und kaum Beschreibungen von Landschaften oder Orte – aber man will wissen, wie die Geschichte weiter geht und was passiert ist und warum, deshalt ist es auch okay, dass sich nicht mit Landschaftsbeschreibungen aufgehalten wird.
Die Schriftart ist angenehm groß und gut lesbar – bei der Vergangenheit wird alles kursiv geschrieben -nett gemacht.
Insgesamt ein spannender Thriller, den ich empfehlen kann. Wenn man über die ersten Seiten hinweg ist baut sich eine gute Spannungskurve auf und man kann das Buch nicht mehr aus der Hand legen – 5 von 5 Sternen.

Sonstiges
Hier könnt ihr einen Blick in das Buch werfen.

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