Dienstag, 9. April 2013

[Buch Rezension] Pardon, Monsieur, ist dieser Hund blind?



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Über den Verlag
Bereits 1925 wurde der Verlag der Christengemeinschaft GmbH von einer Priesterin, einem Priester und einem Buchhändler gegründet. Nach mehreren historischen Ereignissen wurde der Verlag Urachhaus, unter amerikanischer Lizens, im Jahre 1946 neu begründet. Unter den veröffentlichten Büchern zählen Werke zu Zeit- und Lebensfragen, Kultur und Geschichte, sowie Medizin oder auch Kinder- und Jugendbücher.

Über den Autor
Der Autor Hervé Jaouen, geboren 1946, schrieb bereits über 30 Romane, Jugend-, Dreh- und Reisebücher, auch als Übersetzer hat er sich einen Namen gemacht. Das Werk „Mamie mémoire“ wurde 2000 und 2001 ausgezeichnet und ist der Originaltitel von 1999/2002 vom hier beschriebenen Buch „Pardon, Monsieur, ist dieser Hund blind?“.

Über Pardon, Monsieur, ist dieser Hund blind?
Seit 2013 ist das Buch erhältlich und besteht aus 191 Seiten.
Die Einteilung in Kapitel erfolgt über die vier Jahreszeichen Sommer, Herbst, Winter und Frühling. Das Buch ist für Leser zwischen 12 und 14 Jahren empfohlen.

HIER könnt ihr es für 14,90 Euro bestellen.

Beschreibung der Rückseite
"Véro hat es nicht leicht: Ihre wechselnden Lover sind notorisch untreu, ihr Bruder ist ein Ekel, und jetzt soll sie auch noch ihr Zimmer räumen, weil ihre Oma dort einzieht. Und die leidet an Alzheimer ...
Innerhalb kürzester Zeit ist das Familienleben komplett auf den Kopf gestellt. Omama plündert nacht die Küche, hortet Unmengen Schokoriegel und Silberlöffel unter ihrem Bett, weil sie glaubt, dass der Krieg noch immer andauert, telefoniert stundenlang ins Ausland oder löscht versehentlich wichtige Dateien auf Mamans Computer ...

Virtuos, liebevoll und mit hinreißendem Humor schildert Hervé Jaouen das turbulente Leben einer ganz normalen Familie, die auch die absurdesten Situationen mit Bravour meistert."

Allgemein
Auf dem Cover erkennt man einen Strand, auf welchem im Hintergrund eine Person unter einem Sonnenschirm auf Matte und Handtuch liegt, bis auf die Füße ist nichts zu erkennen. Im Vordergrund sieht man einen zungeherausstreckenden Foxterrier mit Taucherbrille. Der Titel des Buches steht zentral in Pink gehalten. Auf dem Cover sind diverse Farben zu erkennen, was einen sommerlich, bunten Eindruck erwecken lässt.


Auf den ersten Blick lässt das Buchcover nichts über den Inhalt verraten, zu mindestens konnte ich mir erst einmal nicht darunter vorstellen.
Das Buch wird aus der Ersten-Person-Perspektive beschrieben, man fühlt sich in die Rolle des Mädchens Véro, 13 Jahre, hineinversetzt. Ein größerer Teil des Buches stellt der Einzug der Oma dar, welche im Zimmer von Véro wohnen darf. Durch ihr Alzheimer entstehen witzige Szenen, aber natürlich auch ernste, welche zum Nachdenken anregen. Natürlich beschäftigt sich das Buch auch mit den Problemen eines Mädchens in Véros Alter und turbulenten Familienproblemchen.

Test und Fazit
Auffällig war zunächst, dass die Schrift relativ groß ist und das Buch einen breiten Rand besitzt, so dass nicht so viel Text auf einer Seite steht. Das führt dazu, dass man das Buch sehr schnell durchgelesen hat. Anfangs tat ich mich recht schwer, da französische Namen und Begrifflichkeiten im Weg standen und ich im Französischen nicht so gewandt bin. Jedoch überfliegt man diese schnell, sobald einen das Buch mitgerissen hat. Der Lesefluss ist super schnell, die Beschreibungen der Umgebungen und Tätigkeiten sind ausführlich und gut gewählt. Ich finde, dass die Szenen wirklich gut und liebevoll umschrieben sind und es einfach Spaß macht, sich alles vorstellen zu können. Im Mittelpunkt des Buches steht Véros Oma, welche an Alzheimer leidet. Alzheimer ist kein Tabuthema mehr, jedoch führt das Buch den Leser langsam und auf eine humorvolle Art an das ernste Thema heran und zeigt verschiedene Seiten auf. Ich denke, dass dies für jüngere Leser eine gute Variante ist, sich mit dieser Krankheit auseinander zu setzen, da viele Ältere darunter leiden und man selbst natürlich nie ausschließen kann auch Alzheimer zu bekommen. Mit Véros Eltern und Bruder kann man sich sofort gut identifizieren. Die Familie ist turbulent, aber nett und witzig. Véros Tante und dessen Familie hingegen interessieren sich weniger für Omas wohl, sondern mehr für materielle Dinge. Das Thema Alzheimer wird von Beginn an gut umschrieben und erklärt. Natürlich gehören auch Untersuchengen vom Arzt dazu, z.B. nach der Frage des aktuellen Tages oder der momentanen Jahreszeit. Einige Jugendlich denken womöglich, dass Alzheimer nichts Schlimmes sei, jedoch zeigt das Buch auch die schwierigen Seiten auf, wie sich der Betroffene vermutlich dabei fühlt. Véros Oma denkt oft an vergangene Seiten und vermischt diese mit der momentanen Situation, was natürlich für Verwirrungen sorgt, aber nichts Ungewöhnliches für Alzheimer-Patienten ist.
Alles in allem ist es ein humorvollgeschriebenes Buch, welches sich jedoch mit dem ernsten Thema des Alzheimers auseinander setzt.
Weder unter dem Titel des Buches, noch über die Beschreibung der Rückseite hätte ich mir den Inhalt des Buches so vorstellen können, wie er sich nach dem Lesen mir dargeboten hat. Dies ist aber nicht negativ, weil die Beschreibung und auch das Cover neugierig machen.
Ich finde, dass das Buch einen guten Stil besitzt. Gerade bei Übersetzungen geht viel an Stil verloren, aber hier gefällt mir die Übersetzung sehr gut. „Pardon, Monsieur, ist dieser Hund blind?“ beschreibt auf eigene Art und Weise das Thema Demenz aus diversen Perspektiven von verschiedenen Seiten. Das Buch ist humorvoll geschrieben und lässt das ernste Thema Alzheimer leicht verständlich für den Leser herüberkommen.
Für das Gesamtpaket vergebe ich 5 von 5 Punkten!

Sonstiges
HIER findet ihr auch einige Einblicke in das Buch.
(Achja, auch die Szene vom Cover wird im Buch beschrieben :) )

1 Kommentar:

  1. Hört sich wirklich humorvoll an - werde ich mir mal auf die Leseliste packen! Danke für den Tipp :-)

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